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Liebe Schulgemeinschaft,

aufgrund der aktuellen Situation sind alle Veranstaltungstermine bis auf Weiteres abgesagt.

Im Folgenden findet ihr/finden Sie einen Link zur Website des Bundes der Freien Waldorfschule mit diversen Informationen zum Thema Corona – die laufend aktualisiert werden – sowie das Schreiben hierzu von Henning Kullack-Ublick, Sprecher des Bundes der Freien Waldorfschulen:

https://www.waldorfschule.de/service/corona-faq/#main-content 

Liebe Eltern, liebe Kolleg*innen, liebe Schüler*innen,

unser Leben hat sich durch die Corona-Pandemie tiefgreifend verändert, und es ändert sich weiterhin in einem Ausmaß, das vor wenigen Wochen noch unvorstellbar war. Viele der unverrückbaren Sicherheiten, mit denen wir aufgewachsen sind und die wir für selbstverständlich hielten, sind ins Schwanken geraten. Viele Menschen haben außer den gesundheitlichen auch existenzielle Sorgen, die ihre Arbeit, ihr Einkommen und die weitere Entwicklung betreffen.

Zu den großen Herausforderungen des alltäglichen Lebens gehört natürlich ganz vorne, dass die Kindergärten und Schulen geschlossen sind und dass unsere Bewegungsfreiheit sehr stark eingeschränkt ist. Das greift tief in unsere Gewohnheiten ein und fordert uns eine Flexibilität ab, die wir erst einmal neu erlernen – oder besser: neu entdecken – müssen.

Neu Entdecken ...
Ist das nicht das Stichwort, das unseren Blick von den allerorten spürbaren Verlusten zu den Möglichkeiten lenken kann, die dieses plötzliche Innehalten in sich birgt, vielleicht noch tief verborgen oder schon zum Greifen nah? Was bedeutet es für uns, dass die Menschen in Peking auf einmal die Vögel singen hören und den blauen Himmel sehen können? Was erschließt sich für unser Selbstverständnis als Menschen aus dem Umstand,  dass wir plötzlich viel mehr Zeit zu Hause und außerhalb des Hamsterrades  verbringen, wie Hartmut Rosa das genannt hat? Und ist es nicht ein wunderbares Phänomen, dass die körperliche Distanz, zu der wir gezwungen sind, gerade nicht zu einer sozialen Distanz werden muss, sondern zu unglaublich schönen und phantasievollen neuen Formen der gegenseitigen Wahrnehmung und Hilfe geführt hat?  Und ist es nicht ein hoffnungsvolles Signal für uns alle, dass inmitten all der Sorgen ein manchmal wirklich sehr komischer Humor entsteht?

Was wird?
Sicher ist, dass nichts mehr so ist wie es war und dass auch die irgendwann wieder zu erwartende Normalität, die wir alle herbeisehnen, eine andere sein wird als die, an die wir uns gewöhnt hatten. Unter den vielen, meist schlimmen, Nachrichten, die gegenwärtig auf uns herniederprasseln, verbergen sich zwei, die eine nachhaltige positive Wirkung haben können, wenn wir sie bewusst erleben und nicht einfach darauf hoffen, dass endlich alles wieder wie vorher ist:Der weltweite CO2-Ausstoß hat sich seit Beginn der Corona-Krise um 30% verringert. Auch das hat zwei Seiten, denn es geht mit Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und anderem einher, das sich niemand wünscht. Aber wenn wir vernünftig damit umgehen, können wir den Neustart „danach“ womöglich intelligenter organisieren als wir es bisher getan haben: Die Klimakrise dürfte immer noch wesentlich schädlichere Folgen haben als die Corona-Krise und deshalb ist es eine reale Chance zum Umdenken.

Kinder, Kinder!
Der zweite, nicht weniger wichtige Aspekt ist, dass wir uns verlangsamen müssen und viel mehr Zeit mit unseren Kindern verbringen – müssen? – oder dürfen? Auch das hat für viele Eltern zwei Seiten, weil die wirtschaftliche Existenz ihrer Familien gefährdet ist, aber sehr viele Kinder sehen ihre Eltern heutzutage nur noch wenige Stunden am Tag, wenn überhaupt. Also ist das auch eine Chance, die eigenen Schwerpunkte noch einmal neu zu justieren.Für die Kinder ist es sehr wichtig, dass sie nicht permanent in dem Dauerregen der negativen Schlagzeilen stehen, sondern dass sie mit uns Erwachsenen zusammen den Frühling erwarten und erleben können, dass wir mit ihnen vielleicht Beete anlegen oder Blumentöpfe bepflanzen, Bienenhotels bauen, Schmetterlinge beobachten und vieles mehr, das ihre Sinne und ihre Aufmerksamkeit beansprucht. Das gilt natürlich auch für die älteren Schüler:innen, für die es sich sehr lohnen würde, eigene Projekte zu entwickeln, sich darüber auszutauschen und daran Erfahrungen zu sammeln. Machen wir etwas daraus! 

Machen Sie es gut – und bleiben Sie an Leib und Seele gesund! Ihr Henning Kullak-Ublick